Orgelmusik von Komponist*innen, die hauptsächlich in Frankreich gewirkt haben.
Lesen Sie auch den Schwerpunktbeitrag → Französische Orgelmusik im 19. Jahrhundert
Claude Balbastre (1729–1799), geboren in Dijon, kam am 1750 nach Paris. Er wurde von Rameau, seinem Landsmann und Freund, empfangen, der ihm Unterricht gab. Sein Debüt beim Concert Spirituel gab er 1755 mit einem Orgelkonzert, das, wie aus dem Mercure vom April dieses Jahres hervorgeht, grossen Beifall fand. Balbastre wurde am 1756 als Nachfolger von Landrin, dem Organisten des Königs, zum Organisten der Kirche Saint-Roch ernannt und komponierte für diese Gemeinde seine Noëls en variations, die er bis 1762 jedes Jahr in der Mitternachtsmesse aufführte. Weiterlesen
Gustave Tritant (1837–1907) war ein französischer Organist und Komponist. Seine ersten Musikstudien machte er am Chor der Kathedrale von Reims, später wurde er Organist an der Basilika Saint-Remi. Nach einem kurzen Aufenthalt als Organist an der Kathedrale von Châlons zog er nach Paris, wo er als Kapellmeister an Saint-Eustache, dann als Organist und Kapellmeister an Saint-Augustin und Saint-Pierre-du-Gros-Caillou tätig war. Später war er Organist an Notre-Dame-du-Camp in Pamiers im Süden Frankreichs und schliesslich Organist in Rethel in den Ardennen und Lehrer am kirchlichen Gymnasium dieser Stadt, wo er 1907 starb.
Tritant veröffentlichte eine umfangreiche Sammlung von Orgelstücken für den «praktischen Dienst des Organisten».
L’office pratique de l’organiste en 13 volumes. Paris 1879-1889
Einige dieser Noten sind bei IMSLP erhältlich.
Tritant komponierte auch vokale Kirchenmusik, s. Wikipedia
Beitragsbild: Église Saint-Nicolas de Rethel
Aloÿs Claussmann (1850–1926) wurde im elsässichen Uffholtz geboren. Als Schüler des Organisten Eugène Gigout an der Ecole Niedermeyer erhielt er dort seine ersten Preise für Klavier und Orgel, bevor er 1872 den Grand Prix de composition du Ministère des Beaux-Arts gewann.
Im Jahr 1873 zog er nach Clermont-Ferrand, wo er zum Kapellmeister der Kathedrale ernannt wurde. Kurz darauf wurde die neue Merklin-Orgel von Edmond Lemaigre, dem ersten Titularorganisten, eingeweiht. Claussmann wurde 1888 dessen Nachfolger und blieb in diesem Amt bis zu seinem. Weiterlesen
Jean-Nicolas Marrigues (1757–1834) war bis zur Französischen Revolution Organist an der Kathedrale von Versailles, danach kam er nach Paris und wurde Organist in den Kirchen St. Thomas Aquinus, später in St. Nicolas-des Champs und zuletzt in St. Gervais (nach dem Tod des letzten Vertreters der Familie Couperin). Alle diese Instrumente wurden von Clicquot umgebaut und später von Dallery übernommen. Weiterlesen
Pierre du Mage (1674–1751) wurde in Beauvais geboren, wo sein Vater Organist an der dortigen Kathedrale war. Im Alter von 20 Jahren begab sich du Mage nach Paris, um bei Louis Marchand zu studieren. Dort lernte er auch Nicolas Lebègue kennen, der ihn 1703 für die Stelle des Organisten an der Kollegiatkirche von Saint-Quentin empfahl. 1710 wurde du Mage zum Titularorganisten der Kathedrale von Laon ernannt, jedoch führten Spannungen mit seinen Vorgesetzten im Kirchenkapitel dazu, dass er am 30. März 1719 im Alter von 45 Jahren seinen Dienst quittierte und Verwaltungsbeamter wurde. Bis zu seinem Tod 32 Jahre später betrieb er keine professionelle Musikausübung mehr. Weiterlesen
François Benoist (1794–1878) wurde in Nantes geboren. Ab 1811 studierte er am Pariser Konservatorium bei Charles-Simon Catel und Louis Adam. Mit seiner Kantate Oenone gewann er 1815 den Prix de Rome. 1819 wurde Benoist Erster Organist der Kapelle des Königs und Professor für Orgel am Conservatoire. Dieses Amt übte er bis ins hohe Alter aus. Als Orgellehrer war er während über 50 Jahren die prägende Figur der Pariser Orgelszene. Zu seinen Schülern zählten u. a. César Franck, Théodore Dubois, Louis Lefébure-Wély und Camille Saint-Saëns. Ab 1840 war er ausserdem Premier chef de chant an der Pariser Oper. Weiterlesen
Louis-Claude Daquin (1694–1772) war ein virtuoser Pariser Organist und Cembalist der Barockzeit. Er wurde von seiner Patin Élisabeth Jacquet de La Guerre unterrichtet, und trat bereits im Alter von sechs Jahren vor Ludwig XIV. auf. Später wurde Louis Marchand sein Orgellehrer. Im Alter von acht Jahren leitete er in der Sainte-Chapelle die Aufführung einer eigenen Motette Beatus Vir für Chor und Orchester. Mit zwölf Jahren lehnte er das Organistenamt an der Sainte-Chapelle ab und nahm das Angebot im Kloster Le Petit Saint-Antoine an. 1727 wurde er Organist an der Pfarrkirche Saint-Paul, 1732 in der Cordeliers, 1739 in der Chapelle Royale als Nachfolger von Jean-François Dandrieu. Nach dem Tod von Antoine Calvière folgte er diesem 1755 als Organist der Kathedrale Notre Dame de Paris. Daquin galt zu seiner Zeit als ein herausragender Orgelimprovisator seiner Generation. Weiterlesen
Gabriel Urbain Fauré (1845–1924) ist hauptsächlich als Komponist von Vokal-, Klavier- und Kammermusik bekannt. Fauré spielte schon früh auf dem Harmonium, das in einer in der Nähe gelegenen Kapelle stand. Als Neunjähriger wurde er an der renommierten Niedermeyer-Schule für Kirchenmusik in Paris aufgenommen. Nach dem Tod Niedermeyers besuchte er den Unterricht bei Camille Saint-Saëns. Die beiden blieben zeitlebens sehr gute Freunde.
Fauré war Organist in Rennes und ab 1870 in Paris. Zuerst war er Stellvertreter an Saint-Sulpice, danach Chororganist an der Pfarrkirche La Madeleine. 1896 wurde er Nachfolger von Théodore Dubois als Titulaire an der Madeleine. Dieses Amt übte er bis 1905 aus. Weiterlesen
Maxence Guéniffey stammt aus einer Organistenfamilie in der französischen Stadt Tull im Département Corrèze. Sein Grossvater Antoine und sein Vater Germain waren bereits Organisten in der Kathedrale von Tulle: Antoine von 1842–1880, Germain von 1880–1925. Maxence übernahm das Amt 1925 und übte es bis 1934 aus. (Quelle Orgelfreunde der Kathedrale von Tulle)
Die Lebensdaten des Komponisten werden in Verlagsquellen mit 18??–1925 angegeben. Das Geburtsjahr ist vermutlich 1894. Danach ist Maxence Guéniffey bereits im Alter von 31 jahren verstorben. Dies widerspricht allerdings den Angaben der Orgelfreunde von Tulle. Weiterlesen
Eugène Gigout (1844–1925) erhielt seine erste musikalische Ausbildung an der Kathedrale zu Nancy, im dortigen Knabenchor. 1857 wurde Eugène Gigout an der École Niedermeyer in Paris aufgenommen und erhielt Unterricht u. a. bei Camille Saint-Saëns. Sein Orgellehrer war Clément Loret, der ihm eine moderne, von Jacques Nicolas Lemmens begründete Spielweise vermittelte. Nach einer umfassenden Ausbildung in Gregorianik, Orgelmusik und dem Werk Johann Sebastian Bachs machte Gigout den Abschluss und blieb als Lehrer an der École Niedermeyer. Weiterlesen