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Deutschland

Orgelmusik aus Deutschland und Komponisten, die hauptsächlich in Deutschland gewirkt haben

Gottfried Kirchhoff

Gottfried Kirchhoff (1685–1746) war Organist und Musikdirektor in Halle. Er wurde in Mühlbeck bei Bitterfeld  geboren und entstammt einer Stadtpfeiferfamilie. Kirchhoff wurde vermutlich auf Empfehlung des Pfarrers ans Gymnasium in Halle geschickt. Dort wurde er von Friedrich Wilhelm Zachow ausgebildet. Kirchhoff hatte auch Kontakt zum gleichaltrigen Georg Friedrich Händel, ebenfalls ein Schüler Zachows.

Kirchhoffs erhielt 1709 eine Anstellung als Kapellmeister beim Herzog von Holstein-Glücksburg. 1711 übernahm er die Organistenstelle an St. Benedikt in Quedlinburg. Nach dem Tod seines Lehrers Friedrich Wilhelm Zachow bewarb sich Kirchhoff auf dessen Stelle. Einer der Mitbewerber war Johann Sebastian Bach, der gewählte wurde, aber seine Bewerbung auf Grund eines zu geringen Gehaltes zurückzog. So trat Kirchhoff am 13. Juli 1714 die Stelle des Organisten und Musikdirektors an der Marienkirche zu Halle an. In Kirchhoffs Anfangszeit fällt die Neuerrichtung der grossen Marienorgel durch den Halberstädter Orgelbauer Christoph Cuntius. Kirchhoff hatte dieses Amt bis zu seinem Tod am 21. Januar 1746 inne.

Kompositionen von Gottfried Kirchhoff

Seine Kompositionen und sein Orgelspiel waren zu seiner Zeit hoch angesehen. Kirchhoffs Schwiegersohn veranlasste den Verkauf des Nachlasses, wodurch dieser weit verstreut wurde und zum grossen Teil verloren ging.

Es sind einige Kirchenkantaten, Orgel- und Klavierwerke sowie Violinsonaten überliefert. Zudem ist sein Lehrbuch L’ A.B.C. Musical, noch teilweise erhalten geblieben. Laut zahlreicher historischer Quellen soll es 24 Präludien und Fugen über alle Dur- und Moll-Tonarten enthalten haben und damit an Bachs Wohltemperiertes Klavier erinnert.

Im Verlag ortus sind alle erhalten gebliebenen Orgel- und Klavierwerke erschienen. Der Band enthält zwei Sonaten, vier Suiten und eine Polonaise.

event Veranstaltungen mit Musik von Gottfried Kirchhoff

Johann Wilhelm Häßler

Johann Wilhelm Hässler

Johann Wilhelm Hässler (1747–1822) wuchs in Erfurt auf, wo er von seinem Onkel und Bachschüler Johann Christian Kittel unterrichtet wurde.. Bereits mit 14 Jahren wurde er Kittels Nachfolger als Organist der Barfüsserkirche in Erfurt. Kittel war gut bekannt mit zahlreichen bedeutenden Musikern seiner Zeit, darunter Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. 1790 verliess er Erfurt und zog nach London, wo er grosse Erfolge als Klavier- und Orgelvirtuose feierte. Zwei Jahre später wurde er nach St. Petersburg berufen und kurz darauf nach Moskau. Dort wirkte er bis zu seinem Tode als hochgeachteter Komponist und Musikpädagoge. Weiterlesen

Christian Fink

Christian Fink (1831–1911) wurde in Dettingen, Württemberg geboren. Schon mit 11 Jahren vertrat er seinen Vater beim gottesdienstlichen Orgelspiel. Als 13-Jähriger trug er bereits grössere Werke von Bach öffentlich vor. Ab 1846 studierte er am Seminar in Stuttgart, 1853 trat er ins Leipziger Konservatorium ein. Er studierte u.a. bei Moritz Hauptmann und Ernst Friedrich Richter. Im Jahr 1860 wurde er Musikdirektor am Königlichen Seminar in Esslingen und Organist der Hauptkirche als Nachfolger von Johann Georg Frech. Diese Ämter versah er bis 1904/05, sein Nachfolger wurde Wilhelm Nagel. Weiterlesen

Meissner Dom

Johann Gottfried Weiske

Johann Gottfried Weiske (1745–1806) besuchte ab 1761 die Thomanerschule in Leipzig und studierte danach an der dortigen Universität. 1769 kam er als Stellvertreter des Kantors nach Meissen und wurde dort 5 Jahre später Dom- und Stadtkantor.

Weiske war der erste Komponist im deutschsprachigen Raum, der exakte Tempoangaben vorschrieb. Er veröffentlichte dazu eine Abbildung und eine genaue Beschreibung seines «Tactmessers» in Pendelform.

Kompositionen von Johann Gottfried Weiske

Nebst einigen Chorwerken sind sechs Sonaten für «Clavierspieler der mittleren Classe» überliefert, erschienen im Sonat-Verlag. Diese Sonaten können auch auf der Orgel wiedergegeben werden. Die sechste Sonate «à tré mani» erfordert zwei Spieler*innen. Stilistisch stehen die Sonaten zwischen der Musik von Johann Ludwig Krebs und Joseph Haydn.

event Veranstaltungen mit Musik von Johann Gottfried Weiske

Karl-Peter Chilla

Karl-Peter Chilla (* 1949) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Organist und Komponist. Er studierte evangelische Kirchenmusik in Berlin. Von 1982 bis 2014 wirkte er als Kantor in Dillenburg und als Propsteikantor in der Propstei Nord-Nassau. Er Chorleitung und Hymnologie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Weiterlesen

Philipp Wolfrum

Philipp Wolfrum (1854–1919) wurde in Schwarzenbach am Wald, Oberfranken, geboren. Bereits in jungen Jahren erlernte er das Orgelspiel und vertrat seinen Vater bereits als Neunjähriger an der Orgel. Auch sein jüngerer Bruder Karl wurde Organist und Komponist.

Er studierte ab 1876 als Schüler von Joseph Rheinberger in München. 1878 wurde er Seminarmusiklehrer in Bamberg, 1884 Dozent und 1894 Universitätsmusikdirektor in Heidelberg, wo er 1898 zum Professor ernannt wurde. Wegen einer Nierenerkrankung begab er sich 1919 zu einer Kur nach Samedan (Oberengadin). Er starb an dieser Krankheit und wurde noch in Samedan beigesetzt. Weiterlesen

Reinhard Ohse

Reinhard Ernst Ohse (* 1930) ist ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist. Er studierte Kirchenmusik in Berlin bei Ernst Pepping und danach in Halle. In späteren Jahren nahm er Kompositionsunterricht bei Tilo Medek.

Von 1958 bis 1978 war er Domorganist in Halle und leitete den Chor der evangelischen Studentengemeinde. Ab 1978 bis zur Pensionierung 1996 war er Kantor am Naumburger Dom und leitete die Domkantorei und den Naumburger Kammerchor. Weiterlesen

Matthias Nagel

Matthias Nagel

Matthias Nagel (*1958) studierte an der Hochschule für Kirchenmusik Herford und an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er 1984 das A-Examen ablegte. Von 1984 bis 2003 wirkte er als Kantor in Düsseldorf-Garath. 2003 bis 2009 war er Kirchenmusikdirektor an der Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen. 2009 wurde er zum Landesposaunenwart in der Evangelischen Kirche im Rheinland berufen. Seit 2011 ist er Dozent für kirchliche Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Weiterlesen

Orgel Ellwangen

Johann Melchior Dreyer

Johann Melchior Dreyer (1747–1824) lebte in Ellwangen (Württemberg), wo er zuerst als Schulmeister wirkte. 1779 wurde er Stiftsorganist und 1790 Kapellmeister in Ellwangen und übte diese Ämter vermutlich bis zu seinem Tod aus. Dreyer komponierte Orgelsonaten, Messen und kleinere Vokalwerke. Einige Messen hatten zu seiner Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad. Weiterlesen

Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven (1770–1827), geboren in Bonn, gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Klassik und Wegbereiter der Romantik. Sein Vater und sein Grossvater waren bereits Berufsmusiker an der Hofkapelle des Kurfürsten und Erzbischofs Maximilian Friedrich. Der junge Ludwig wurde u. a. vom Hoforganisten Gilles van den Eeden und dessen Nachfolger Christian Gottlob Neefe unterrichtet. Mit 12 Jahren wurde der Beethoven Neefes Stellvertreter an der Orgel, mit 14 erhielt er eine feste Anstellung als Organist. Daneben wirkte er bis zu seinem Umzug nach Wien 1792 als Cembalist und Bratischist an der Hofkapelle. Weiterlesen