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18. Jahrhundert I

Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts kann als Hochblüte der barocken Orgelmusik bezeichnet werden. In Mitteldeutschland wirkten nebst Johann Sebastian Bach u. a. sein Vetter Johann Gottfried Walther, in Frankreich Louis-Nicolas ClérambaultJean-François Dandrieu und Louis-Claude Daquin.

Klangbeispiele zur Orgelmusik im 18. Jahrhundert  (Bach und seine Zeit)

Deutschland

Frankreich

Johann Georg Albrechtsberger

Johann Georg Albrechtsberger

Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809) stammte aus Klosterneuburg bei Wien. Mit sieben Jahren wurde er Sängerknabe im Stift Klosterneuburg, mit 13 Jahren kam er als Chorknabe an das Stiftsgymnasium Melk. In dieser Zeit bekam er den ersten Unterricht in Musiktheorie und Orgelspiel. 1753 begann er in Wien Philosophie zu studieren. Dort lernte er Michael Haydn und dessen Bruder Joseph Haydn kennen.

Nach einigen Anstellungen in der Provinz wurde Albrechtsberger 1770 Organist im Wiener Stephansdom und 1771 Chorleiter in der Karmelitenkirche. 1772 berief ihn Kaiser Joseph II. als Zweiten Hoforganisten. Mozart wünschte sich Albrechtsberger als sein Nachfolger als Kapellmeister-Adjunkt am Stephansdom, 1793 übernahm er auch das Amt des Domkapellmeister. Diese Stellung hatte  bis zu seinem Tod inne. Johann Georg Albrechtsberger wurde auf dem Sankt Marxer Friedhof in Wien beigesetzt. Im Jahr 1894 wurde in Wien-Meidling die Albrechtsbergergasse nach ihm benannt. Weiterlesen

Louis-Claude Daquin

Louis-Claude Daquin (1694–1772) war ein virtuoser Pariser Organist und Cembalist der Barockzeit. Er wurde von seiner Patin Élisabeth Jacquet de La Guerre unterrichtet, und trat bereits im Alter von sechs Jahren vor Ludwig XIV. auf. Später wurde Louis Marchand sein Orgellehrer. Im Alter von acht Jahren leitete er in der Sainte-Chapelle die Aufführung einer eigenen Motette Beatus Vir für Chor und Orchester. Mit zwölf Jahren lehnte er das Organistenamt an der Sainte-Chapelle ab und nahm das Angebot im Kloster Le Petit Saint-Antoine an. 1727 wurde er Organist an der Pfarrkirche Saint-Paul, 1732 in der Cordeliers, 1739 in der Chapelle Royale als Nachfolger von Jean-François Dandrieu. Nach dem Tod von Antoine Calvière folgte er diesem 1755 als Organist der Kathedrale Notre Dame de Paris. Daquin galt zu seiner Zeit als ein herausragender Orgelimprovisator seiner Generation. Weiterlesen

Tomaso Albinoni

Tomaso-AlbinoniTomaso Albinoni (1671–1751) war ein italienischer Komponist und Violinist. Sein Vater Antonio erbte 1684 nach dem Tod seiner Arbeitgeberin deren gesamtes Unternehmen, wodurch die Familie zu beträchtlichem Wohlstand kam. Tomaso Albinoni liess sich zunächst im väterlichen Unternehmen zum Spielkartenhersteller ausbilden und nahm daneben Violin-, Gesangs- und Kompositionsunterricht. 1694 trat er erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit, und zwar sowohl mit einer Oper (Zenobia, regina de Palmireni) als auch mit einer Sammlung von Instrumentalwerken (12 Suonate a tre op. 1). Weiterlesen

Johann Wilhelm Hertel

Johann Wilhelm Hertel (1727–1789) stammte aus einer Eisenacher Musikerfamilie. Sein Vater Johann Christian Hertel war Konzertmeister der Eisenacher Hofkapelle und lehrte ihn Violine und Cembalo spielen. Schon im Alter von 12 Jahren begleitete Johann Wilhelm seinen Vater bei Konzertreisen auf dem Cembalo. Nach Abschluss des Gymnasiums erhielt er Violinunterricht beim berühmten Geiger Franz Benda und wurde 1744 Hofkapellmeister in Strelitz und später in Schwerin (Mecklenburg). Johann Wilhelm Hertel hatte regen Austausch mit Carl Philipp Emanuel Bach und weiteren Musikern der Berliner Schule. In den Jahren1759 bis 1760 war Hertel Organist in der Marienkirche in Stralsund, später wurde er zum Hofrat ernannt und gab Musikunterricht am Schweriner Hof. Weiterlesen

Georg Friedrich Kauffmann

Ladegast-Orgel im Merseburger Dom

Ladegast-Orgel im Merseburger Dom. Der barocke Prospekt (um 1700) ist vollständig erhalten geblieben.

Georg Friedrich Kauffmann (1679–1735) wurde im thüringischen Ostermondra geboren. Er erhielt ersten Orgelunterricht bei Johann Heinrich Buttstedt in Erfurt und Johann Friedrich Alberti in Merseburg. Er wurde Albertis Nachfolger als sächsisch-merseburgischen Hof- und Domorganist und später Kirchenmusikdirektor und Hofkapellmeister.

Kauffmann war weit über den Merseburger Raum hinaus als Komponist und Orgelsachverständiger bekannt. Seine Musik wurde auch in Halle und Leipzig gespielt.  Weiterlesen

Domenico Zipoli

Il Gesù, die Jesuitenkirche in Rom

Il Gesù, die Jesuitenkirche in Rom, an der Zipoli einige Jahre Organist war

Domenico Zipoli (1688–1726) war ein italienischer Komponist und Organist. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er bei den Kapellmeistern der Kathedrale von Prato. Dank finanzieller Unterstützung durch einen Großherzog konnte Zipoli später in Florenz und Rom studieren.

In Rom war Domenico Zipoli bis 1716 Organist an der Jesuitenkirche. Während dieser Zeit komponierte er seine ersten Messen und Oratorien und lernte die Werke Bernardo Pasquinis kennen. 1716 veröffentlichte Zipoli seine Sonate d’Intavolatura per Organo e Cimbalo. Diese Sammlung von Versetten, Canzonen und Suiten erreichte eine grosse Verbreitung. Weiterlesen

Christoph Wolfgang Druckenmüller

Orgel in Jork

Die Orgel in Jork, 1678–1679/1709, Gehäuse und Prospekt von Arp Schnitger erhalten

Christoph Wolfgang Druckenmüller (1687–1741) stammt aus einer weit verzweigten Organistenfamilie. Sein Grossvater Georg Wolfgang war Schüler von Heinrich Scheidemann in Hamburg, sein Vater Johann Jacob war Organist in Ratzeburg und im ostfriesischen Norden an der berühmten Arp-Schnitger-Orgel. Die Stelle in Norden hatte zuvor Johann Dietrich, ein Onkel von Christoph Wolfgang inne. Auch sein Halbbruder Johann Lorenz war ein bekannter Organist. Weiterlesen

Carlos Seixas

Carlos Seixas(José Antonio) Carlos de Seixas (1704–1742) war ein portugiesischer Komponist, Organist und Cembalist. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Carlos Seixas mit erst 14 Jahren das Organistenamt an der Dreifaltigkeitskirche in seiner heimatstadt Coimbra. Ab 1720 lebte Seixas in Lissabon, zuerst als Organist in der Kathedrale Santa Maria und später als Vizekapellmeister der Königlichen Kapelle. 1729 wurde er Nachfolger von Domenico Scarlatti, der die Kapelle seit 1719 leitete. Carlos de Seixas blieb bis zu seinem Tod Hofkapellmeister der Königlichen Kapelle. Weiterlesen

Johann Joachim Quantz

Johann Joachim QuantzJohann Joachim Quantz (1697–1773) war ein deutscher Flötist, Flötenbauer, Komponist und Flötenlehrer. Nach dem frühen Tod der Eltern übernahmen sein Onkel Justus Quantz, der Stadtmusikus in Merseburg war, und der Ehemann seiner Cousine, der Organist Johann Friedrich Kiesewetter die Ausbildung des jungen Johann Joachim. Auch der Onkel starb bald und Quantz wurde bei dessen Nachfolger Johann Adolf Fleischhack weiter ausgebildet. In seiner Ausbildung als Stadtpfeifer in Pirna erlernte er Violine, Oboe, Trompete, Zink, Waldhorn, Posaune, Blockflöte, Fagott, Violoncello, Gambe und Kontrabass spielen.
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Pietro Baldassare

San Filippo Neri Brescia, Wirkungsort von Pietro Baldassare

Die Orgel der Kirche San Filippo Neri in Brescia

Pietro Baldassare (um 1683–nach 1768) war ein italienischer Komponist, geboren um 1683. Baldassare (auch Baldassari) war Kapellmeister an San Filippo Neri in Brescia von 1714 bis ca. 1768. Er war ebenfalls Kapellmeister an San Clemente in Bresica bis 1754.

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