Louis Vierne

Louis Vierne 1910Louis Victor Jules Vierne (1870–1937) gehört zu den bedeutendsten französischen Organisten und Orgelkomponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Louis Vierne erhielt seine frühe musikalische Ausbildung wegen seiner schweren Sehbehinderung am Pariser Blindenisntitut. Später erhielt er Orgelunterrich bei Adolphe Marty, César Franck und Charles-Marie Widor. Er schloss das Pariser Konservatorium mit ersten Preisen in Orgelspiel und Improvisation ab.

1892 wurde Vierne zum Stellvertreter seines Lehrers Widor an der Orgel der Pariser Kirche Saint-Sulpice ernannt und 1894 zu Widors Assistent in der Orgelklasse am Pariser Konservatorium. Im Jahre 1900 wurde er Titularorganist an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. 1911 kündigte Vierne seine Anstellung am Conservatoire und wechselte als Professor für Orgelspiel zum kirchenmusikalischen Institut Schola Cantorum.

Trotz vielen gesundheitlichen Problemen unternahm Louis Vierne Konzertreisen durch Europa und die Vereinigten Staaten. Er starb 1937 während eines Orgelkonzerts am Spieltisch seiner Orgel in Notre-Dame an den Folgen eines Gehirnschlags.

Zu Viernes Schülern gehören u. a. Maurice Duruflé, Alphonse Schmitt, Augustin Barié, Lili Boulanger, André Fleury und Adrien Rougier.

Orgelwerke von Louis Vierne

a) Werke für grosse Orgel

  • 6 Orgel-Sinfonien (1898–1930)
  • 24 Pièces de fantaisie, veröffentlicht in vier Suiten (1926/27)
  • Trois Improvisations (November 1928)
  • Triptyque op. 58 (1929–1931)
  • Einzelwerke

b) Werke für Orgel oder Harmonium

  • Messe basse, op. 30 für Orgel oder Harmonium (komponiert 1912)
  • 24 pièces en style libre op. 31 für Orgel oder Harmonium (komponiert 1913)
  • Messe basse pour les défunts op. 62 für Orgel oder Harmonium (komponiert 1934)

Vierne komponierte auch zahlreiche Klavierwerke, Kammermusik, Orchesterwerke und Vokalwerke mit Orchester. Seine autobiographische Schrift Mes souvenirs ist auch in deutscher Sprache erschienen: Meine Erinnerungen. Dohr, Köln 2004, ISBN 3-925366-93-8.

Ausführliche Informationen zu Leben und Werk auf der Webseite www.klassika.info

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