Archiv der Kategorie: 18. Jahrhundert II

Johann Ludwig Krebs

18. Jahrhundert II

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts komponieren einzelne von Bachs Söhnen und Schülern bedeutende Orgelmusik, allen voran Johann Ludwig Krebs und Carl Philipp Emanuel Bach. Auch weniger bekannte Komponisten wie Gottfried August Homilius in Leipzig, Johann Georg Albrechtsberger in Wien, Michel Corrette in Paris, die Engländern John Stanley und John Alcock, der Spanier Antonio Soler der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schrieben Orgelmusik, die sich bis heute grosser Beliebtheit erfreuen.

Klangbeispiele zur Orgelmusik im 18. Jahrhundert

England

Frankreich

Österreich

Deutschland

 

Johann Wilhelm Häßler

Johann Wilhelm Hässler

Johann Wilhelm Hässler (1747–1822) wuchs in Erfurt auf, wo er von seinem Onkel und Bachschüler Johann Christian Kittel unterrichtet wurde.. Bereits mit 14 Jahren wurde er Kittels Nachfolger als Organist der Barfüsserkirche in Erfurt. Kittel war gut bekannt mit zahlreichen bedeutenden Musikern seiner Zeit, darunter Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. 1790 verliess er Erfurt und zog nach London, wo er grosse Erfolge als Klavier- und Orgelvirtuose feierte. Zwei Jahre später wurde er nach St. Petersburg berufen und kurz darauf nach Moskau. Dort wirkte er bis zu seinem Tode als hochgeachteter Komponist und Musikpädagoge. Weiterlesen

Johann Christoph Schmügel

Johann Christoph Schmügel (1727–1798) erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, der Organist in Pritzier war. Später studierte er in Hamburg bei Georg Philipp Telemann. Im Jahre 1758 wurde er Organist und Musiklehrer in Lüneburg. 1766 verliess er Lüneburg und wechselte an die St. Nicolai-Kirche in Mölln/Lauenburg. Hier wirkte er ab 1784 auch als Kantor. Schmügel starb im Alter von 71 Jahren an einem Schlaganfall während dem Orgelspiel. Weiterlesen

Johann Georg Albrechtsberger

Johann Georg Albrechtsberger

Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809) stammte aus Klosterneuburg bei Wien. Mit sieben Jahren wurde er Sängerknabe im Stift Klosterneuburg, mit 13 Jahren kam er als Chorknabe an das Stiftsgymnasium Melk. In dieser Zeit bekam er den ersten Unterricht in Musiktheorie und Orgelspiel. 1753 begann er in Wien Philosophie zu studieren. Dort lernte er Michael Haydn und dessen Bruder Joseph Haydn kennen.

Nach einigen Anstellungen in der Provinz wurde Albrechtsberger 1770 Organist im Wiener Stephansdom und 1771 Chorleiter in der Karmelitenkirche. 1772 berief ihn Kaiser Joseph II. als Zweiten Hoforganisten. Mozart wünschte sich Albrechtsberger als sein Nachfolger als Kapellmeister-Adjunkt am Stephansdom, 1793 übernahm er auch das Amt des Domkapellmeister. Diese Stellung hatte  bis zu seinem Tod inne. Johann Georg Albrechtsberger wurde auf dem Sankt Marxer Friedhof in Wien beigesetzt. Im Jahr 1894 wurde in Wien-Meidling die Albrechtsbergergasse nach ihm benannt. Weiterlesen

Andrea Luchesi

Andrea Luchesi – auch Lucchesi – (1741-1801) lebte die erste Hälfte seines Lebens in seiner Heimatstadt Motta di Livenza und in Venedig und die zweiten dreissig Jahre in Bonn. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er von seinem älteren Bruder, welcher Organist war. Mit 15 Jahren zog er nach Venedig, wo er u. a. bei Baldassare Galuppi studierte. Der junge Luchesi war in seiner Heimat berühmt als Organist und Komponist für Orgel- und Cembalomusik. Weiterlesen

Josef Seger

Josef Ferdinand Norbert Seger (1716–1782) war ein böhmischer Organist und Komponist. Er besuchte das Jesuitengymnasium und sang in dieser Zeit als Altist in der Prager St.-Jacobi-Kirche. Seger war vermutlich Schüler von Bohuslav Černohorský. Vor seinem Amtsantritt in der Teynkirche wirkte er als Sänger und Violinist in der St.-Martin-Kirche. 1741 wurde er Organist an der Teynkirche und 1745 an der Kreuzherrenkirche. In dieser Zeit unterrichtete er u. a. den jungen Studenten Jan Křtitel Kuchař. 1782 wollte ihm Kaiser Joseph II. die Stelle als Hoforganist in Wien anbieten, Seger starb aber vor dem Erhalt des Angebots.

Josef Seger war einer der fruchtbarsten Orgelkomponisten seiner Zeit. Seine Werke gerieten aber in Vergessenheit und wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Weiterlesen

Johann Wilhelm Hertel

Johann Wilhelm Hertel (1727–1789) stammte aus einer Eisenacher Musikerfamilie. Sein Vater Johann Christian Hertel war Konzertmeister der Eisenacher Hofkapelle und lehrte ihn Violine und Cembalo spielen. Schon im Alter von 12 Jahren begleitete Johann Wilhelm seinen Vater bei Konzertreisen auf dem Cembalo. Nach Abschluss des Gymnasiums erhielt er Violinunterricht beim berühmten Geiger Franz Benda und wurde 1744 Hofkapellmeister in Strelitz und später in Schwerin (Mecklenburg). Johann Wilhelm Hertel hatte regen Austausch mit Carl Philipp Emanuel Bach und weiteren Musikern der Berliner Schule. In den Jahren1759 bis 1760 war Hertel Organist in der Marienkirche in Stralsund, später wurde er zum Hofrat ernannt und gab Musikunterricht am Schweriner Hof. Weiterlesen

Kloster Asbach

Carlmann Kolb

Carlmann Kolb (1703–1765) wurde als Sohn eines Schulmeister in Kösslarn, Niederbayern geboren, sein Taufname war Florian Carl Kolb. Er lebte als Sängerknabe und ab 1723 als Ordensbruder im Benediktinerkloster Asbach/Rottal wo er sich schon während der Studienzeit als Organist bewährte. Nach der Priesterweihe wurde Pater Carlmann Kolb 1729 zum ständigen Organisten des Klosters bestellt. Später wirkte er als Kaplan und Hauslehrer des Grafen von Tattenbach. Weiterlesen

Johann Christian Bach

Johann Christian Bach

Johann Christian Bach (1735–1782) war der jüngste Sohn von Johann Sebastian Bach, er wurde auch der Mailänder oder Londoner Bach genannt. Als Komponist der Frühklassik hatte er großen Einfluss auf den Stil des jungen Mozart.

Johann Christian gilt als Lieblingssohn seines Vaters und erbte nach dessen Tod drei Pedalklaviere im Wert von je 50 Talern und 38 Taler Bargeld. Nach dem Tod des Vaters zog er nach Berlin zu seinem Halbbruder Carl Philipp Emanuel Bach, der ihn zu einem virtuosen Pianisten ausbildete.  Weiterlesen

Friedrich Wilhelm Marpurg

Friedrich Wilhelm Marpurg

Friedrich Wilhelm Marpurg (1718–1795) war ein deutscher Musiktheoretiker und Komponist. Er genoss eine gute Erziehung und Ausbildung und war bekannt mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, z. B. mit dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing.

Friedrich Wilhelm Marpurg studierte zuerst Jura in Jena und in Halle, später vermutlich auch Philosophie und Musik. Weil er eine Schmähschrift gegen einen Lehrer in Jena verfasste,  musste er ins vorübergehend ins Ausland flüchten. Bei seinen Freunden war er beliebt wegen seinem ausgesprochen galanten Umgang,  schuf sich aber auch Feinde mit seiner scharfzüngigen Polemik. Weiterlesen

Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier

Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier (1734–1794) war ein französischer Cembalist, Organist und Komponist. Er zählt zu den bedeutendsten Pariser Organisten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Sein Vater war Kaufmann, Organist und Orgelbauer. Etwa 1748 zog die Familie nach Lyon, der Vater gab sein Handelsgeschäft auf und wurde Organist am Hospice de la Charité in Lyon. Im Jahre 1763 übernahm Jean-Jacques die Nachfolge seines verstorbenen Vaters und spielte auch die Orgel in Konzerten der Académie des beaux-arts in Lyon. Weiterlesen