Olivier Messiaen

Olivier Messiaen

Olivier Messiaen (1908–1992) gehört zweifellos zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Von 1919 bis 1930 studierte er am Pariser Conservatoire. Aufgrund seiner Fähigkeiten im Improvisieren wurde Messiaen schließlich in die Orgelklasse von Marcel Dupré geschickt. Dieser Lehrer war für ihn von großer Bedeutung und so machte sich Messiaen dessen Virtuosität zu eigen und entwickelte diese bis zur Vollkommenheit weiter. Hierfür wurde er 1929 mit einem doppelten ersten Preis in Orgelspiel und Orgelimprovisation belohnt. [de.wikipedia.org/wiki/Olivier_Messiaen#Ausbildung_am_Conservatoire]

1931 übernahm Messiaen die Organistenstelle an der Kirche La Trinité (Paris), die er 60 Jahre lang innehatte. Wenngleich die Hauptaufgabe Messiaens in der liturgischen Begleitung während der Messe bestand, so hatte er doch auch die Möglichkeit, eigene Improvisationen zu spielen. Als ihn dies jedoch zu ermüden begann, schrieb er die Messe de la Pentecôte, in der er all seine früheren Improvisationen zusammenfasste. Schon dieses Werk ging weit über das hinaus, was man üblicherweise bei einem Gottesdienst in der Kirche hörte. Demzufolge verstand die Gemeinde Messiaens eigene Musik nicht und empörte sich über die Modernität und ätherische Entrücktheit seiner frühen Orgelstücke, die er als „komponierender Organist“ schrieb.

«In Demut bet ich dich, verborgene Gottheit an!» (Thomas von Aquin)
Aufnahme: Jesuitenkirche Luzern, 2013

Im Jahr 1939 wurde Olivier Messian zum Kriegsdienst berufen, wo er 1940 in Gefangenschaft geriet. Knapp neun Monate verbrachte Messiaen als Kriegsgefangener im Stammlager VIII A der Deutschen Wehrmacht im Ostteil von Görlitz, dem heutigen Zgorzelec, wo er das Quatuor pour la fin du temps fertigstellte und zusammen mit anderen Lagerinsassen auch zur Uraufführung brachte. Dies wurde dort durch den wohlwollenden Lagerkommandanten Franzpeter Goebels ermöglicht, der dann später als Konzertpianist und Klavierprofessor an der Nordwestdeutschen Musikakademie (heute Hochschule für Musik Detmold) bekannt wurde. Der Krieg hat tiefe Spuren in Messiaens Schaffen hinterlassen. „Seine Musik bekommt unvermittelt einen noch größeren Ernst, der sich in den Monaten des Leidens einstellte und apokalyptische Visionen hervorbrachte.“ [de.wikipedia.org/wiki/Olivier_Messiaen#Organist_und_Komponist]

«Dass mein Herz immer nach dir dürste, o Brunnen des Lebens, Quelle des ewigen Lichts!» (Gebet des Heiligen Bonaventura)
Aufnahme: Jesuitenkirche Luzern, 2013

Messian schöpfte für seine Musik Anregungen aus dem Studium der Zahlenmystik, indischer Rhythmen, der Gregorianik, des Vogelgesangs, der Klangwelt javanischer Gamelan-Orchester oder der Musik Claude Debussys und Igor Strawinskys. Über all diese verschiedenartigen Inspirationen hinaus ist seine Musik von spiritueller Energie und einem tiefen, katholischen Glauben geprägt. Er war außerdem Synästhetiker, der Klänge mit Farben assoziierte.

Messiaen zeichnete auf Weltreisen Vogelrufe auf – er war in der Lage, ungefähr 700 Vogelrufe zu unterscheiden – und verwendete diese auch in seinen Orgelwerken. [de.wikipedia.org/wiki/Olivier_Messiaen#Messiaens_Musik]

In «le Dieu caché», dem dritten Teil des «Livre du Saint Sacrement» sind die Rufe des Palästina Felsenglanzstars (00:50 / 03:16) und des Blassspötters (04:43) zu hören.

«Dich in deiner eigenen göttlichen Klarheit zu schauen, das könnten meine Augen nicht ertragen. Du nimmst also auf meine Schwäche Rücksicht, wenn du dich im Sakrament verbirgst.» (Imitatio Christi IV,11)
Aufnahme: Jesuitenkirche Luzern, 2013

http://www.flickr.com/photos/yaelita/

Palästina Felsenglanzstars, Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/yaelita/

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Blassspötter, Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/sriall/

Die Liste seiner Orgelwerke ist gross, sie umfasst mehrere Zyklen und Einzelwerke.

  • Le Banquet céleste (1928)
  • Offrande au Saint Sacrement (ca. 1930)
  • Apparition de l’église éternelle (1932)
  • L’Ascension (1933–34)
  • La Nativité du Seigneur (1935)
  • Les Corps Glorieux (1939)
  • Messe de la Pentecôte (1949–50)
  • Livre d’orgue (1951)
  • Verset pour la Fête de la Dédicace (1960)
  • Monodie (1963)
  • Méditations sur le mystère de la Sainte Trinité (1969)
  • Livre du Saint-Sacrement (1984)

[de.wikipedia.org/wiki/Messiaen#Orgel_Solo]

event Veranstaltungen mit Musik von Olivier Messiaen