Archiv der Kategorie: 19. Jahrhundert I

Adolf Friedrich Hesse

19. Jahrhundert I

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählen Felix Mendelssohn Bartholdy und Adolph Friedrich Hesse in Deutschland sowie Alexandre Pierre François Boëly und Jacques-Nicolas Lemmens in Frankreich zu den fruchtbarsten Schöpfern von Orgelmusik.
Lesen Sie auch den Schwerpunktbeitrag Französische Orgelmusik im 19. Jahrhundert

Klangbeispiele Orgelmusik des 19. Jahrhundert I

Deutschland

Frankreich

Robert Führer (1807-1861)

Robert Führer

Robert Jan Nepomuk Führer (1807–1861) war ein böhmischer Organist, Dirigent und Komponist. Er wurde in Prag geboren und war Schüler von Jan August Vitásek und wurde im Alter von 19 Jahren als zweiter Domorganist gewählt. 1831 wurde er Domorganist und 1839 Domkapellmeister. Er unterrichtete auch an der Prager Orgelschule.

Nach einer Verurteilung wegen Betrugsdelikten trat er als Domkapellmeister zurück und trennte sich von seiner Familie. Er führte danach ein unstetes Wanderleben, das ihn bis nach Salzburg führte, wo er im Jahr 1856 ein Improvisationswettspiel gegen Anton Bruckner austrug. Führer starb als Obdachloser im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Weiterlesen

Fortunat Pintarić

Fortunat Pintarić (1798–1867) war ein kroatischer Musikpädagoge und Komponist. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Varaždin (Nordkroation) und Zagreb wurde er 1821 zum Priester geweiht. Er studierte auch Musik (Orgel, Gesang, Kompositionslehre) und war als Kantor und Organist tätig. Als Gymnasiallehrer war er in Varaždin tätig, später wurde er nach Virovitica und Koprivnica verlegt. Er bekleidete die kirchlichen Ämter des Wächters und des Vikars in mehreren Franziskanerklöstern im Norden Kroations. Weiterlesen

Alessandro Grazioli

Alessandro Grazioli (1770–1834) war ein venezianische Komponist der Klassik.

Die Informationen über diesen Komponisten sind sehr spärlich, da die Biographie völlig unauffindbar ist. Es wird angenommen, dass er bei seinem Vater, dem berühmten Komponisten und Organisten Giovanni Battista Grazioli (Venedig 1746–1820), Orgelunterricht erhielt.

Alessandro lebte sein Leben lang im Schatten seines Vaters, den er bei dessen Tod als Organist am Markusdom ersetzte. Er übte das Amt des Domorganisten von 1821 bis 1833 aus.

Seine musikalische Tätigkeit fand ausschließlich in der Lagunenstadt statt: er schrieb 57 Sonaten und Symphonien für Orgel und einige Kammermusikwerke.

event Veranstaltungen mit Musik von Alessandro Grazioli

Bartolomeo Franzosini

Bartolomeo Franzosini (1768–1853) stammta aus einer berühmten Familie aus Intra am Lago Maggiore. Nach seinem Universitäts- und Kunststudium wurde er 1793 zum Organisten und Kapellmeister der Basilika von San Vittore in Intra ernannt, wo er bis 1839 blieb. In dieser Funktion und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt war er ein produktiver Komponist von geistlichen, symphonischen und kammermusikalischen Werken und etablierte sich als der grösste Musiker seiner Zeit in der Region Novara.

Sein Ruhm ging weit über die Grenzen seiner Region hinaus: Er erhielt Aufträge u. a. der einflussreichen Familie Borromeo; einige seiner Werke wurden im Archiv des Mailänder Doms gefunden. Franzosinis Musik geriet für lange Zeit in Vergessenheit; erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden einige seiner Werke wieder aufgelegt.

Franzosini war auch Architekt, er entwarf z. B. die Kirche San Rocco in Solcio di Lesa (Beitragsbild)

event Veranstaltungen mit Musik von Bartolomeo Frenzosini

Carl Czerny

Carl Czerny (1791–1857) wurde in Wien geboren, er war bereits mit zehn Jahren ein brillanter Pianist, weshalb er Schüler von Ludwig van Beethoven wurde. Er spielte als Zwanzigjähriger den Solopart in der Wiener Erstaufführung von Beethovens 5. Klavierkonzert. Czerny wurde später ein bedeutender Klavierpädagoge, er war u. a. Lehrer von Franz Liszt. Einige seiner Etüdensammlungen werden bis heute im Unterricht verwendet.

Gemessen am Umfang seiner über 1000 Kompositionen spielte die Orgel eine untergeordnete Bedeutung in Czernys Schaffen. Es sind vier Werke mit Orgelmusik überliefert. Sie sind in zwei Bänden im Verlag A-R Editions neu aufgelegt worden. Weiterlesen

François Benoist

François Benoist (1794–1878) wurde in Nantes geboren. Ab 1811 studierte er am Pariser Konservatorium bei Charles-Simon Catel  und Louis Adam. Mit seiner Kantate Oenone gewann er 1815 den Prix de Rome. 1819 wurde Benoist Erster Organist der Kapelle des Königs und Professor für Orgel am Conservatoire. Dieses Amt übte er bis ins hohe Alter aus. Als Orgellehrer war er während über 50 Jahren die prägende Figur der Pariser Orgelszene. Zu seinen Schülern zählten u. a. César FranckThéodore Dubois, Louis Lefébure-Wély und Camille Saint-Saëns. Ab 1840 war er ausserdem Premier chef de chant an der Pariser Oper. Weiterlesen

Allerheiligen Kirche München, Stich von 1838

Johann Kaspar Aiblinger

Johann Kaspar Aiblinger (1779–1867) wurde in Wasserburg am Inn geboren. Er erhielt seinen ersten Musikunterricht in der Benediktinerabtei Tegernsee. Später studierte er in München und Bergamo. Ab 1804 wirkte er an verschiedenen Orten in Norditalien und kam 1819 zusammen mit einer italienische Operntruppe wieder nach München, wo er Hofkapellmeister wurde. Ab 1837 wirkte er als Kirchenmusiker an der Allerheiligen Hofkirche. Weiterlesen

Die Merklin Orgel im Temple Neuf

Théophile Stern

Théophile Stern (1803–1886) wurde in Strassburg geboren. Hier verbrachte er auch seine ganze Laufbahn als Organist und Komponist. Er war Schüler des Pianisten Conrad Berg, der ihm auch das Komponieren lehrte. Ab seinem 17. Lebensjahr war Stern Organist in verschiedenen protestantischen Kirchen in Strassburg. Zuletzt war er Organist im Temple Neuf, wo Joseph Merklin im Jahr 1877 eine neue Orgel baute.

Théophile Stern lebte drei Jahre in Karlsruhe, wo er sich intensiv mit der deutschen Orgelmusik und dem deutschen Orgelbau beschäftigte. Viele Orgelstücke Sterns zeugen von der Beschäftigung mit der Musik von Rinck und Mendelssohn.

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Johann Gottlob Töpfer

Johann Gottlob Töpfer (1791–1870) war Seminarlehrer und Organist an der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar. Er machte sich hauptsächlich einen Namen als Orgelbautheoretiker, Orgelsachverständiger und Orgelvirtuose. Von 1804 bis 1808 war Töpfer Schüler am Weimarer Wilhelm-Ernst-Gymnasium. Die Stelle als Organist in Weimar hatte er von 1830 bis zu seinem Tode inne. Ein Entlassungsgesuch wegen schlechten Arbeitsbedingungen, das er 1844 einreichte, zog er wieder zurück. Töpfer wird von seinen Zeitgenossen als Virtuose und Orgelsachverständiger geschätzt. Er war u. a. gut bekannt mit dem zwanzig Jahre jüngeren Franz Liszt. Alexander Wilhelm Gottschalg und Alexander Winterberger, für die Liszt seine grossen Orgelwerke schrieb, waren Schüler Töpfers. Weiterlesen

Paul Gebauer

Paul Gebauer wurde 1865 in Sömmerda, Thüringen geboren, das Sterbedatum ist nicht bekannt. Gebauer war ab 1881 Kirchenmusiker in Erfurt. Ob im Dom oder in einer anderen Kirche, ist nicht überliefert. Weiterlesen