Louis Lefébure-Wély

Louis James Alfred Lefébure-Wély

Lithografie von Marie-Alexandre Alophe

Louis James Alfred Lefébure-Wély (1817–1869) wurde als Sohn des Organisten Isaac François Lefèbre (spätere Namensänderung in Lefébure) in Paris geboren. Er studierte am Pariser Konservatorium Orgelmusik und trat in die Fußstapfen seines Vaters und löste ihn als Organist an der Pariser Kirche Saint-Roch ab. 1847 wechselte er an die Kirche La Madeleine (ebenfalls Paris) und spielte dort von 1847 bis 1857 auf der neuerbauten Cavaillé-Coll-Orgel.

Zu dieser Zeit genoss Lefébure-Wély große Popularität in Frankreich. Er war bekannt als genialer Improvisateur und Komponist, der die neuen Möglichkeiten der modernen Orgel effektvoll einzusetzen wusste. Nach der Fertigstellung der mit 100 Registern größten Orgel Cavaillé-Colls war er bis zu seinem Tod 1869 an der Kirche St-Sulpice de Paris verpflichtet. Sein Nachfolger wurde Charles-Marie Widor.

Louis Lefébure-Wély verwendet in seiner Orgelmusik oft gefällige, eingängige Motive für seine Themen und gibt im Notentext detaillierte Anweisungen zur Registrierung. Zu seinen bekanntesten Orgelkompositionen gehört der Konzertbolero (Boléro de concert) g-Moll Opus 166. Er komponierte auch zahlreiche Stücke für Klavier und Harmonium. Sein Hauptwerk ist die in 12 Lieferungen im Verlag Richault erschienene Sammlung «L’Organiste Moderne» (Der moderne Organist). Er betitelte seine Werke oft mit der direkten Funktion, die sie im Gottesdienst erfüllen. Typische Bezeichnungen sind etwa Sortie (Musik zum Ausgang), Offertoire (anstelle oder nach dem Offertorium) und Communion (Begleitmusik zur Kommunion). [de.wikipedia.org/wiki/Louis_Lefébure-Wély]

Ausgewählte Orgelwerke von Louis Lefébure-Wély

  • Six grandes Offertoires 1857, op. 35 (Verlag Butz)
  • Meditations religieuses 1858, op. 122 (Verlag Harmonia)
  • L’Office catholique 1861 (120 leichtere, kürzere Stücke, meist manualiter) *
  • L’Organiste moderne 1867 (34 längere und teils schwierigere Stücke) *
  • Leichte Orgelwerke: 28 kurze Stücke in 13 Tonarten aus der Sammlung «La Sainte Chapelle» (manualiter, Verlag Butz)
  • Orgelwerke: Auswahl (Verlag Butz), enthält u.a. Six Morceaux, Bolero de Concert

* Die beiden Sammlungen L’Office catholique und L’Organiste moderne sind bei ismlp.org in einer Neuausgabe von Pierre Gouin zum freien Download verfügbar.
[imslp.org/wiki/Category:Lefébure-Wély,_Louis_James_Alfred]

event Veranstaltungen mit Musik von Louis Lefébure-Wély