Aloÿs Claussmann

Aloÿs Claussmann (1850–1926) wurde im elsässichen Uffholtz geboren. Als Schüler des Organisten Eugène Gigout an der Ecole Niedermeyer erhielt er dort seine ersten Preise für Klavier und Orgel, bevor er 1872 den Grand Prix de composition du Ministère des Beaux-Arts gewann.

Im Jahr 1873 zog er nach Clermont-Ferrand, wo er zum Kapellmeister der Kathedrale ernannt wurde. Kurz darauf wurde die neue Merklin-Orgel von Edmond Lemaigre, dem ersten Titularorganisten, eingeweiht. Claussmann wurde 1888 dessen Nachfolger und blieb in diesem Amt bis zu seinem.

Als virtuoser Interpret entschied sich Claussmann dafür, seine gesamte Karriere in der Region Puy-de-Dôme zu verbringen, obwohl ihm eine Pariser Tribüne leicht zugänglich gewesen wäre. Er gründete 1909 das Konservatorium von Clermont-Ferrand und leitete es bis zu seinem Tod.

Orgelwerke von Aloÿs Claussmann

Claussmann komponierte etwa 350 Orgelwerke, darunter einige grössere Kompositionen. Aufgrund seiner elsässischen Herkunft stellt seine Musik eine Synthese der französischen und deutschen Schule dar. Sein Werk steht zwischen der anerkannten und gefeierten Pariser Orgelmusik und dem eher diskreten Beitrag der kleinen Meister aus der Provinz.

Viele Kompositionen wurden in Heften zu zwei bis vier Stücken veröffentlicht, später folgten zwei Sonaten und eine Suite. Je 100 liturgische Stücke sind in den Sammlungen op. 34 und op. 66 enthalten.

  • 18 Pièces pour Orgue op. 10 (6 Hefte ca 1894)
  • 25 Pièces pour Orgue op. 16 (8 Hefte)
  • Collections nouvelles de Pièces pour Orgue op. 17–22
  • Introduction et Fugue op. 30
  • 6 Pièces pour Orgue op. 33
  • 100 Pièces pour Orgue ou Harmonium op. 34
  • Première Sonate op. 44
  • Deuxième Sonate op. 46 (1901)
  • Suite op. 52 (1910)
  • 100 Pièces pour Grand Orgue op. 66
  • Pastorale op. 233
  • zahlreiche Werke ohne Opuszahl

Die wichtigsten Orgelwerke Claussmanns sind heute wieder verfügbar. Entweder frei zum Download bei IMSLP oder käuflich als Reprint im B-Note Verlag.