Friedrich Wilhelm Marpurg

Friedrich Wilhelm Marpurg

Kupferstich von Friedrich Kauke, 1758

Friedrich Wilhelm Marpurg (1718–1795) war ein deutscher Musiktheoretiker und Komponist. Er genoss eine gute Erziehung und Ausbildung und war bekannt mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, z. B. mit dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing.

Friedrich Wilhelm Marpurg studierte zuerst Jura in Jena und in Halle, später vermutlich auch Philosophie und Musik. Weil er eine Schmähschrift gegen einen Lehrer in Jena verfasste,  musste er ins vorübergehend ins Ausland flüchten. Bei seinen Freunden war er beliebt wegen seinem ausgesprochen galanten Umgang,  schuf sich aber auch Feinde mit seiner scharfzüngigen Polemik.

Im Jahre 1746 reiste Friedrich Wilhelm Marpurg nach Paris und war dort Sekretär eines preussischen Gesandten. In Paris lernte er u. a. den Schriftsteller und Philosophen Voltaire und den Komponisten Jean-Philippe Rameau kennen, dessen Schriften zur Musiktheorie ihn stark beeinflussten. 1749 kehrte er nach Deutschland zurück. Nach Aufenthalten in Berlin und Hamburg liess er sich 1763  definitiv in Berlin nieder und war ab 1763 Direktor der Königlichen Lotterie. Sein Sohn Johann Friedrich Marpurg wurde 1766 geboren und war ein berühmter Geiger.

Publikationen von Friedrich Wilhelm Marpurg

  • Der critische Musicus an der Spree, 1749–50
  • Historisch-kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik, 1754–78
  • Kritische Briefe über die Tonkunst, 1759–64
  • Die Kunst das Clavier zu spielen, 1750/1762
  • Abhandlungen von der Fuge nach den Grundsätzen der besten deutschen und ausländischen Meister, 1753–54
  • Schriften zur Lottotheorie, 1765/1774

Kompositionen für Tasteninstrumente von Friedrich Wilhelm Marpurg

Die theoretischen Schriften Marpurgs zur Musik sind bedeutender und zahlreicher als seine Kompositionen. Reizvoll und für den gottesdienstlichen Gebrauch gut geeignet sind die sechs Sonaten, erschienen im Carus Verlag 1997.

  • Fughe e capricci pel‘ clavicembalo ò per l’organo (1777, C. Ph. E. Bach gewidmet)
  • Veränderungen für den Flügel auf die Melodie: Ich schlief, da träumte mir (1761–63)
  • Versuch in Figurierten Chorälen, sowohl für die Orgel, als für das Clavichord (1789/1792)
  • Sechs Sonaten für Cembalo oder Orgel (1755)

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