Schlagwort-Archive: Jubilare 2015

Moritz Brosig

Moritz BrosigMoritz Brosig (1815–1887) wurde in Fuchswinkel bei Neisse im heutigen Polen geboren. Die Familie zog nach dem Tod des Vaters nach Breslau wo Moritz das katholische Gymnasium und später kurze Zeit das Lehrerseminar besuchte. Er entschloss sich, Kirchenmusiker zu werden und wurde Schüler des Domorganisten und Königlichen Musikdirektors Franz Wolf im Institut für Kirchenmusik der Breslauer Universität. Moritz Brosig vertrat seinen Lehrer oft an der Domorgel und wurde nach dessen Tod 1843 zu seinem Nachfolger als Domorganist ernannt. Ab 1853 amtete er auch als Domkapellmeister und ab 1871 Dozent am Institut für Kirchenmusik der Universität Breslau. Weiterlesen

Naji Hakim

Naji Hakim Naji Hakim (* 1955) wurde in Beirut geboren und erhielt seine Ausbildung in Paris und London. Er steht ganz in der Tradition der grossen französischen Orgelvirtuosen. Naji Hakim studierte unter anderem bei Jean Langlais und Rolande Falcinelli am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris. Zudem absolvierte er ein Lehrdiplom für Orgel am Trinity College of Music in London.

Von 1985 bis 1993 war er Titularorganist in der Basilique du Sacré Coeur in Paris, danach wurde er Nachfolger von Olivier Messiaen an der „Église de la Trinité“ (bis 2008). Heute ist Naji Hakim nebst seiner Tätigkeit als Konzertorganist und Komponist Professor für Harmonielehre am Conservatoire National de Région de Boulogne-Billancourt und Gastprofessor an der Royal Academy of Music in London. Er ist auch Ehrendoktor der Saint-Esprit-Universität in Kaslik, Libanon. Weiterlesen

Giuseppe Gherardeschi

Tronci-Orgel von 1793 im Dom von Pistoia, dem Wirkungsort von Giuseppe Gherardeschi

Tronci-Orgel von 1793 im Dom von Pistoia, dem Wirkungsort von Giuseppe Gherardeschi

Giuseppe Gherardeschi (1759–1815) ist der bedeutendste Vertreter einer toskanischen Musikerdynastie. Über Generationen hinweg stellte die Familie die Domkapellmeister in der Provinzhauptstadt Pistoia im Norden der Toskana. Vor Giuseppe war bereits sein Vater Domenico Kapellmeister. Bei ihm hatte Guiseppe auch den ersten Musikunterricht. Giuseppes Nachfolger waren dann sein Sohn Luigi und sein Enkel Gherardo.

Giuseppe Gherardeschi zog in jungen Jahren nach Neapel um sich bei Nicola Sala weiterzubilden. Ab 1795 wirkte er wieder in der Heimatstadt, zuerst als Sänger und Musiklehrer, danach als Nachfolger seines Vaters im Amt des Domkapellmeisters. Gherardeschi komponierte hauptsächlich für seine eigene liturgische Praxis. Meistens sind es kürzere Stücke im galanten Stil seiner Zeit, ab und zu mit einem Hang zum Volkstümlichen. Seine Orgelwerke wurden nicht gedruckt, sie sind ausschliesslich als Handschriften überliefert. Weiterlesen

Élisabeth Jacquet de La Guerre

Élisabeth Jacquet de La Guerre

Élisabeth Jacquet de La Guerre, Gemälde von Jean François de Troy

Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665–1729) wurde als Tochter des Organisten Claude Jacquet in Paris geboren. Schon als Kind trat sie am Königshof als Cembalistin auf. Ludwig XIV. unterstützte sie finanziell und förderte die Aufführung ihrer Kompositionen. Im Jahre 1684 heiratete sie den Organisten Marin de la Guerre. Sie war Patin und Lehrerin von Louis-Claude Daquin.

Ihre Oper «Céphale et Procris» wurde als erste Oper einer französischen Komponistin an der Opéra Paris aufgeführt. Élisabeth Jacquet de La Guerre gehört zu den wenigen komponierenden Frauen der Barockzeit, die zu Lebzeiten ein hohes Ansehen und grosse Bekanntheit erlangten. Weiterlesen

Carlmann Kolb

Kloster Asbach, Wirkungsort von Carlmann Kolb

Kloster Asbach, Stich von Michael Wenig, 1701–1726

Carlmann Kolb (1703–1765) wurde als Sohn eines Schulmeister in Kösslarn, Niederbayern geboren, sein Taufname war Florian Carl Kolb. Er lebte als Sängerknabe und ab 1723 als Ordensbruder im Benediktinerkloster Asbach/Rottal wo er sich schon während der Studienzeit als Organist bewährte. Nach der Priesterweihe wurde Pater Carlmann Kolb 1729 zum ständigen Organisten des Klosters bestellt. Später wirkte er als Kaplan und Hauslehrer des Grafen von Tattenbach. Weiterlesen

John Zundel

John ZundelJohn (Johann) Zundel (1815–1882) war ein deutsch/amerikanischer Organist, Komponist und Musiklehrer. Zundel wurde in Hochdorf an der Enz, Württemberg geboren. Er besuchte von 1829 bis 1831 die Königliche Akademie Esslingen und unterrichtete anschliessend an der Schule in Birkach. 1833 wurde er Musiklehrer in Esslingen. Zundel studierte Orgel bei  Johann Georg Frech und später bei Christian Heinrich RinckWeiterlesen

Pierre Jean Michel Fallouard

Orgel in der Kirche Sainte-Catherine in Honfleur

Die heutige Orgel der Kirche Sainte-Catherine in Honfleur

Pierre Jean Michel Fallouard (1805–1865) stammt aus der kleinen Hafenstadt Honfleur in der Normandie. Er lernte das Orgelspiel unter anderem bei seinem Vorgänger Monsieur Delaporte an der Kirche Sainte-Catherine in Honfleur und bei Adolphe Godefroi in Rouen. Pierre Jean Michel Fallouard wirkte als Musiklehrer und Musikkritiker in Honfleur. Er war Titularorganist an der Kapelle Hospice civil und ab 1825 an der Kirche Sainte-Catherine, der grössten Holzkirche Frankreichs. Weiterlesen

Nicolaus Bruhns

Nicolaus BruhnsNicolaus Bruhns (1665–1697) erhielt ersten Unterricht vermutlich von seinem Vater. Er beherrschte bereits in frühem Alter das Orgelspiel und fertigte „gute“ Kompositionen für Klavier und Gesang an. Bei seinem Onkel Peter lernte er Violine und Gambe zu spielen, ausserdem war er der Lieblingsschüler Dieterich Buxtehudes, bei dem er Komposition studierte und sein Orgelspiel vervollkommnete.

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