Florence Beatrice Price

Florence Beatrice Smith Price (1887–1953) war die erste afroamerikanische Komponistin, die nationale Anerkennung erlangte. Price wurde in Little Rock, Arkansas, geboren und war geprägt von ihren südlichen Wurzeln, insbesondere von der kulturell, sozial und politisch aufgeklärten schwarzen Mittelschicht, in der sie aufwuchs. Ihre erste musikalische Ausbildung erhielt sie von ihrer Mutter und gab im Alter von vier Jahren ihr erstes öffentliches Konzert. Als Price elf Jahre alt war, hatte sie bereits ihre erste Komposition an einen Verleger verkauft. Im Jahr 1903, im Alter von 15 Jahren, schrieb sich Price am New England Conservatory of Music ein. Sie studierte dort drei Jahre lang und schloss 1906 mit einem Künstlerdiplom in Orgel und einem Lehrdiplom in Klavier ab.

Zu dieser Zeit fanden Organisten stets gute Arbeit. Es gab immer mehr Stellen in Kirchen, die gut ausgebildete Organisten erforderten, und vor dem Zeitalter des „Tonfilms“ waren Theaterorganisten gefragt, die klassisches Repertoire und Unterhaltungsmusik spielten und improvisieren konnten. Während der drei Jahre, die Price am Konservatorium studierte, nahm sie Orgelunterricht bei Henry M. Dunham, dem Vorsitzenden der Orgelabteilung. Im Laufe ihrer Karriere hatte Price verschiedene Organistenstellen inne und komponierte geistliche Musik für den kirchlichen Gebrauch, darunter eine Orgelsonate, eine Orgelsuite, Chormusik und Solovokalmusik. Sie war zudem eine versierte Theaterorganistin und begleitete Stummfilme in Kinos in Chicago.

Price begann ihre formale Ausbildung in Komposition und Kontrapunkt am New England Conservatory bei Wallace Goodrich und Frederick Converse. Ausserdem studierte sie Komposition bei George Whitefield Chadwick, dem Direktor des Konservatoriums und einem bedeutenden Komponisten. Von 1910 bis 1912 leitete sie die Musikabteilung an der Clark University in Atlanta. 1912 heiratete sie Thomas J. Price, einen angesehenen Anwalt. Florence Price und ihre Familie liessen sich 1927 in Chicago nieder. Hier etablierte Price ihre Karriere als angesehene Kirchenorganistin, Konzertpianistin, Privatlehrerin und national gefeierte Komponistin. 1932 erlangte Price nationale Anerkennung, als sie für ihre Sinfonie in e-Moll den ersten Preis beim Wanamaker-Kompositionswettbewerb gewann. Mit der Uraufführung der Sinfonie im Juni 1933 durch das Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Frederick Stock wurde Price die erste afroamerikanische Frau, deren Orchesterwerk von einem grossen amerikanischen Orchester aufgeführt wurde.

Florence Price komponierte über 300 Werke. Neben ihrer Orchestermusik komponierte sie Kammermusik, Kunstlieder, Klavier- und Orgelmusik und arrangierte Instrumental- und Gesangsversionen von Spirituals. Ihr bekanntestes Spiritual-Arrangement, „My Soul’s Been Anchored in De Lord“, wurde von Marian Anderson, Ellabelle Davis und Leontyne Price aufgenommen. Als vielseitige Komponistin schrieb Price auch Unterhaltungsmusik und orchestrierte Vokalstücke für den Radiosender WGN, der wöchentlich Chor- und Solovokalmusik ausstrahlte.

Orgelwerke von Florence Price

Grössere Werke:

  • First Organ Sonata
  • Suite No. 1 for Organ (including the Fantasy movement)
  • Passacaglia and Fugue in A Minor
  • Variations on a Folksong (Peter, go ring dem bells)

Kleinere Werke (Auswahl):

  • Adoration (frei erhältlich bei IMSLP)
  • In Quiet Mood
  • Caprice in F Major
  • Hour of Peace (auch Hour of Contentment)
  • Retrospection (auch An Elf on a Moonbeam)
  • Festal March in G Major
  • Andante in C Major

Eine komplette Werkausgabe in 5 Bänden erschien bei ClarNan Editions, editiert von Calvert Johnson. Eine Digitale Ausgabe ist erhältlich bei classicalvocalreprints.com

  • Vol. I: Suite No. 1 for Organ
  • Vol. II: Short Organ Works
  • Vol. III: Variations on a Folksong – Peter, Go Ring Dem Bells
  • Vol. IV: First Sonata for Organ
  • Vol. V: Passacaglia and Fugue, Short Organ Works

Jeder Band enthält biografische Notizen, Ausführungen über Prices Umgang mit der Orgel und Spezifikationen für Orgeln, die sie möglicherweise gespielt hat.

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