Die Orgelmusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist stark geprägt vom spätromantischen symphonischen Stil. In Frankreich werden die grossen Symphoniker Louis Vierne und Marcel Dupré abgelöst durch bedeutende Komponisten der Moderne: Jean Langlais, Olivier Messiaen und später Naji Hakim. In Deutschland setzen Sigfrid Karg-Elert und Gerard Bunk die Tradition Regers fort, der wohl wichtigste Vertreter der neueren Generation ist Johann Nepomuk David. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik aus dem 20. Jahrhundert.
Kategoriearchiv: 20. Jahrhundert I
Maxence Guéniffey
Maxence Guéniffey stammt aus einer Organistenfamilie in der französischen Stadt Tull im Département Corrèze. Sein Grossvater Antoine und sein Vater Germain waren bereits Organisten in der Kathedrale von Tulle: Antoine von 1842–1880, Germain von 1880–1925. Maxence übernahm das Amt 1925 und übte es bis 1934 aus. (Quelle Orgelfreunde der Kathedrale von Tulle)
Die Lebensdaten des Komponisten werden in Verlagsquellen mit 18??–1925 angegeben. Das Geburtsjahr ist vermutlich 1894. Danach ist Maxence Guéniffey bereits im Alter von 31 jahren verstorben. Dies widerspricht allerdings den Angaben der Orgelfreunde von Tulle. Weiterlesen
Walter Galpin Alcock
Sir Walter Galpin Alcock (1861–1947) war ein englischer Organist und Komponist. Alcock wurde in Edenbridge in der Grafschaft Kent geboren. Mit 15 Jahren war er Schüler der National Training School for Music, wo er Komposition bei Arthur Sullivan und Orgel bei John Stainer studierte. Nach verschiedenen Stellen als Organist (Holy Trinity Sloane Street und St. Margaret’s, Westminster) wurde er 1893 Lehrer am Royal College of Music. Er war ab 1896 Assistent Organist der Westminster Abbey und ab 1902 Organist der Königlichen Kapelle. Im Jahr 1916 wurde er Organist in der Salisbury Cathedral, wo er die Restauration der berühmten Willis-Orgel leitete. Weiterlesen
Frederick Andrew Keene
Frederick Andrew Keene (1871–1916) war ein englischer Organist und Komponist. 1889 wurde er der junge Keene Organist in der Kirche St. Saviour’s in Clapham, einem Stadtteil im Südwesten von London. Dieses Amt hatte er bis 1907 inne, danach war er Organist in der Sandingham Parish Church, ebenfalls im Stadtteil Clapham, London. Keene starb bereits im Alter von 45 Jahren.
Frederick Andrew Keene war zuerst Schüler von Dr. Charles William Pearce (1856–1928), der Musiklehrer und später Direktor am Trinity College in London war. Danach studierte Keen bei Sir Walter Galpin Alcock, der damals Professor für Orgel am Royal College of Music und Organist in der Westminster Abbey und in der Chapels Royal war.
Louis Vierne
Louis Victor Jules Vierne (1870–1937) gehört zu den bedeutendsten französischen Organisten und Orgelkomponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Louis Vierne erhielt seine frühe musikalische Ausbildung wegen seiner schweren Sehbehinderung am Pariser Blindenisntitut. Später erhielt er Orgelunterrich bei Adolphe Marty, César Franck und Charles-Marie Widor. Er schloss das Pariser Konservatorium mit ersten Preisen in Orgelspiel und Improvisation ab. Weiterlesen
Alfred Baum
Alfred Baum (1904–1993) wurde in Zürich als Sohn eines Orchestermusikers geboren und studierte am Zürcher Konservatorium Orgel, Klavier und Komposition. Weitere Studien erfolgten beim Hamburger Organisten Alfred Sittard.
Alfred Baum war 57 Jahre lang (1923 bis 1980) Organist an der ref. Kirche Neumünster in Zürich. Von 1929 bis 1976 lehrte er als Dozent für Klavier und Kammermusik am Konservatorium in Winterthur und Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste). Als Pianist machte sich Alfred Baum einen Namen als Interpret zeitgenössischer Musik, er spielte als Solist mit dem Tonhalle Orchester Zürich mehrere Schweizer Erstaufführungen von Klavierkonzerten. Weiterlesen
Lili Wieruszowski
Lili (Lilli) Wieruszowski (1899–1971) war eine deutsche Organistin und Komponistin, die lange Zeit in Basel lebte. Sie war eine der vier Töchter der Frauenrechtlerin Jenny Wieruszowski. Ihre Eltern waren an der Gründung des Humanistischen Mädchengymnasium in Köln beteiligt. Lili Wieruszowski studierte am Kölner Konservatorium, danach an der Hochschule für Musik Berlin. Ab 1925 hatte sie eine Anstellung als Organistin an der Charlottenburger Epiphaniengemeinde, wo sie durch ihr virtuoses Orgelspiel beeindruckte. Als Judenchristin wurde ihr aber 1933 das Orgelspiel verboten und sie ging im gleichen Jahr ins Exil nach Basel. Weiterlesen
Johan Wagenaar
Johan Wagenaar (1862–1941) war ein niederländischer Komponist und Organist. Er wurde als Sohn des Adeligen Cypriaan Gerard Berger van Hengst geboren. Die Mutter stammte aus einfachen Verhältnissen, und die gesellschaftlichen Umstände dieser Zeit liessen keine Heirat zu. So wuchs Wagenaar in eher ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt den mütterlichen Nachnamen. Obwohl sich früh musikalisches Talent zeigte, erhielt Wagenaar erst ab dem Alter von 13 Jahren Unterricht in Klavier, Violine, Theorie und Komposition. Seine ersten Orgellehrer wurden der Komponist Richard Hol und der Organist Samuel de Lange. 1892 nahm er Unterricht in Kontrapunkt bei Heinrich von Herzogenberg in Berlin. Weiterlesen
Samuel Ducommun
Samuel Ducommun (1914–1987) stammt aus Neuenburg. Er studierte Orgel bei Louis Kelterborn und Charles Faller, Harmonielehre bei Charles Humbert sowie Kontrapunkt und Komposition bei Paul Benner. Später wurde er Schüler von Marcel Dupré. Als Organist begann seine Laufbahn 1934 in Corcelles (Kanton Neuchâtel) als Nachfolger von Louis Kelterborn. Von 1938 bis 1942 wirkte er an der Bieler Stadtkirche. Mit 28 Jahren wurde er 1942 zum Nachfolger von Albert Quinche als Titular-Organist an der Collégiale von Neuchâtel gewählt.
William Lloyd Webber
William Lloyd Webber (1914–1982) konzertierte bereits als 14-Jähriger als Organist an verschiedenen Kirchen in London und England. Er studierte am Royal College of Music, unter anderem bei Ralph Vaughan Williams. 1938 war er Organist und Chorleiter an All Saints, später in Central Hall, Westminster, einer bedeutenden Methodistenkirche. Die ersten Kompositionen entstanden in den 30er Jahren.
Gabriel Dupont
Gabriel Édouard Xavier Dupont (1878–1914) hatte ersten Unterricht bei seinem Vater, der Musikprofessor am College Malherbe und Organist an der Kirche Saint-Etienne in Caen war. Er besuchte das Konservatorium seiner Heimatstadt, bevor er 1893 nach Paris kam. Dort trat er in die Klasse für Harmonielehre des Antoine Taudou am Conservatoire de Paris ein.
























